Forschen für die Gesundheit

Angewandte Wissenschaft und Forschung im Städtischen Klinikum Braunschweig

Die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten hat für uns oberste Priorität. In 17 Kliniken, 11 selbstständigen Abteilungen und sechs Instituten stellen wir medizinische Diagnostik und Therapien auf höchstem Niveau sicher.

Voraussetzung für eine optimale medizinische Behandlung ist die Kenntnis über Entstehung und Verlauf einer Erkrankung. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungseinrichtungen leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Entschlüsselung von Krankheiten und Entwicklung von Therapiemöglichkeiten. Unser Know-how macht uns zu einem wertvollen Partner für angewandte medizinische und klinische Forschung, wie diese kleine Auswahl an gemeinsamen Forschungsprojekten verdeutlicht.

Knochen und Knorpel aus dem Beutel

Bei zahlreichen Therapieverfahren werden lebende Zellen eingesetzt, z.B. bei Bluttransfusionen oder Knochenmarktransplantationen. Leider sind diese Zellkulturen sehr empfindlich und verfügen nur über eine geringe Lebensdauer.
In einem Forschungsprojekt, das vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung koordiniert wird, arbeitet das Klinikum Braunschweig derzeit gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung an der Verfeinerung eines speziellen Kunststoffbeutels, der im Innern so beschichtet ist, dass Zellen darin nicht nur länger leben, sondern sich sogar vermehren können. Ziel der Wissenschaftler ist es, körpereigenes Gewebe auch außerhalb des Körpers nachwachsen zu lassen. Speziell in der Chirurgie besteht großer Bedarf an diesen Geweben, um z.B. schwere Knochenbrüche zu heilen, zerstörte Gesichtspartien wieder herzustellen oder defekte Nervenzellen zu ersetzen.

Aufgabe des Städtischen Klinikums Braunschweig ist es, aus Gewebeproben bestimmte Stammzellen zu isolieren und zu untersuchen, auf welchen der neuen Kunststoff-Oberflächen Zellen sich beispielsweise zu Knochen oder Knorpel entwickeln können.

Lebensbedrohliche Infektionskrankheiten

Die Erforschung schwerer Infektionskrankheiten ist ein Schwerpunkt des Helmholtz- Zentrums für Infektionsforschung Braunschweig (HZI). Gemeinsam mit verschiedenen Kliniken und Instituten des Klinikums wird hier intensiv an einer Verbesserung der Identifikation von Krankheitserregern und dem gezielten Einsatz maßgeschneiderter Therapiemöglichkeiten gearbeitet.

Entscheidungsabläufe begreifen

In jeder Sekunde muss das menschliche Hirn große Mengen an Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. In der Forschungsgesellschaft für Kognitive Neurologie arbeiten Neurologen und Psychologen des Klinikums und der Technischen Universität Braunschweig am Begreifen von Entscheidungsabläufen im menschlichen Hirn. Dabei erhoffen sie sich grundlegende Erkenntnisse für bestimmte neurologische Erkrankungen, wie Altersdemenz oder Schizophrenie, bei denen die Funktionsfähigkeit bestimmter Hirnregionen beeinträchtigt ist.

Gefährlicher Holzstaub

Eine hohe Holzstaubbelastung kann die Entstehung von Nasenkrebs begünstigen. Mit Fragen zu Ursache und Verlauf dieser seltenen Krankheit befassen sich seit fast 20 Jahren das Klinikum Braunschweig, die Holz-Berufsgenossenschaft München und das Berufsgenossenschaftliche Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin in Bochum. Das Klinikum ist nationales Referenzzentrum für klinische Begutachtung und histopathologische Begutachtung derartiger Fälle.

Meilenstein der Medizininformatik

Im Verlauf der Patientenbehandlung fallen große Mengen von Dokumenten an, deren papiergebundene Archivierung erhebliche Kosten verursacht. Der Geschäftsbereich IT und Organisation des Klinikums hat jetzt einen Meilenstein für elektronische Archivierungssysteme entwickelt. Problematisch war bisher die digitale Signatur, die alleine die notwendige Rechtsverbindlichkeit der elektronisch archivierten Dokumente sichert. Als erstem deutschen Klinikum dieser Größe ist es den Experten des Klinikums Braunschweig gelungen, die rechtssichere digitale Signatur erfolgreich in der Praxis umzusetzen – ein Meilenstein der Medizininformatik.