Ehrenamtliche Seelsorge

Eine ehrenamtlichen Seelsorgerin und ein Patient

„Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht“
sagt Jesus im Evangelium nach Matthäus im Kapitel 25.

Der Auftrag zur Seelsorge hat seinen Grund in der heilsamen Zuwendung Gottes zum Menschen und wird auch vom ehrenamtlichen Seelsorgern und Seelsorgerinnen wahrgenommen. Er geschieht im Auftrag der Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig.

Die Aufgabe ist die seelsorgerliche Begleitung von Patientinnen und Patienten einer Krankenhausstation.In der konkreten Situation der Begegnung gehören dazu verstehendes Zuhören, angemessenes Reden und Schweigen, Trost und Zuspruch, Wahrnehmen und Aufnehmen einer Glaubensdimension im Gespräch sowie Suchen nach Perspektiven und Ressourcen in der Krise der Krankheit.
„Ich bin da, ich habe Zeit für Sie“, so beschreiben die zur Zeit 12 Ehrenamtlichen die Botschaft, mit der sie ein Zimmer betreten. Oft kommen sie mit den Menschen ins Gespräch, manchmal werden sie allerdings zurückgewiesen. Die Seelsorger verstehen sich als Gesprächspartner. „Wir geben keine Ratschläge, sondern begleiten die Menschen auf der Suche nach ihren je eigenen Möglichkeiten, mit Krise und Krankheit am Leben zu bleiben – oder sich auch getrost verabschieden zu können.“

Gespräche über den Glauben, Texte aus der Bibel, Gebet und Segen sind – auf Wunsch – weitere Angebote. In der Regel sind die Ehrenamtlichen einmal in der Woche auf „ihrer“ Station im Dienst.

Ausbildung mit Auswahlverfahren

Die Ehrenamtlichen durchlaufen eine zweijährige Ausbildung, die von der Landeskirche finanziert und vom Pastoralpsychologen und Krankenhausseelsorger Pastor Christian Anton zusammen mit einem Kollegen durchgeführt und koordiniert wird.
In dieser Zeit werden sie auf die Themen vorbereitet, die ihnen im Krankenhaus begegnen:
Sterben, Tod und Trauer, Gesundheit und Krankheit, Hoffnung und Enttäuschung, Hingabe, Abschied und Zorn. Dazu kommen Einübung in die Ausdrucksformen des Glaubens, Ritual und Gebet. Dabei ist die Klärung der eigenen Rolle als Seelsorger und die theologische Reflexion des seelsorglichen Handelns unabdingbar.
Wesentlich in der Ausbildung ist auch die Einführung und die Übung in der Kunst der Kommunikation und Interaktion sowie die Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Abgeschlossen wird die Ausbildung – die ökumenisch ausgerichtet ist – mit einem Kolloquium und einem Zertifikat.
Jeder Teilnehmer muss vorher ein Auswahlverfahren bestehen; nur wer selbst psychisch stabil ist, darf als Seelsorger arbeiten.
Einmal im Monat treffen sich die Ehrenamtlichen zur (verbindlichen) Supervision ihrer Arbeit.

Hier finden Sie ein pdf-Dokument zum Downloaden, mit den wichtigsten Informationen rund um die Ausbildung zum Seelsorger.

Das evangelische Seelsorge Team

Gründe der Mitarbeit

Oft ist eine persönliche Leiderfahrung oder ein Abschied der Grund. Wer selbst Krisen überwunden hat – oder mit ihnen zu leben gelernt hat, ist eher motiviert, für andere da zu sein.
Dabei legen die Ehrenamtlichen Wert darauf, dass es sich bei ihrem Dienst um ein Geben und Nehmen handelt. „Nach einem Tag im Krankenhaus mit intensiven Gesprächen und Begegnungen gehe ich verändert nach Hause“, ist die einhellige Meinung. Auch, dass sich die Seelsorger durch die Ausbildung verändert haben, bestätigen alle. In der Ausbildung wurde gelernt, mit gesellschaftlich verdrängten Themen wie Tod und Trauer besser umzugehen, besser zuzuhören und sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Kontakt: Tel.: 0531 595 38 15