Abteilung für Brusterkrankungen - Leistungsspektrum

Unser Leistungsspektrum umfasst:

1. Erkennen der Symptome des Brustkrebses

Beim Auftreten folgender Symptome sollte die Frau umgehend den Arzt aufsuchen

- Tastbarer Knoten in der Brust oder der Achsel
- Schwellung oder Rötung der Brust
- Hautveränderungen
- Entzündungen der Brust ( auch in der Schwangerschaft )
- Orangenhaut
- Flüssigkeitssekretion  aus der  Brustwarze
- Einziehungen der Brustwarze und / oder der Haut
- Neu aufgetretene Größenunterschiede der Brust

Jedoch sind dies nur äußerliche Anzeichen und können komplett  bei Veränderungen fehlen. Diese Veränderungen sind nur durch eine Röntgenaufnahme (Mammographie), Ultraschall (Sonographie) oder die Schichtaufnahme (Kernspintomographie) festzustellen.

2. Brustkrebsvorsorge

Anamnese
Mit Beginn des gesetzlichen Krebs-Früherkennungsprogramms soll ab dem 20. Lebensjahr ein Anamnese- und Aufklärungsgespräch über Risikofaktoren angeboten werden (78, 79). Der wichtigste Risikofaktor für eine Brustkrebsentstehung ist das Alter. Qualitätsgesicherte Brustkrebs- Früherkennungsuntersuchungen sind, unabhängig von verschiedenen Erkrankungsrisiken, für jede Frau nützlich, deren Alter eine höhere Erkrankungsrate erwarten lässt. Die Anamnese umfasst: Alter, Menarche, Menopause, BMI, Zyklusphase, erste ausgetragene Schwangerschaft, Stillzeit, Krebserkrankungen und Strahlentherapie, benigne Brusterkrankungen, prämaligne Brusterkrankungen, Brustoperationen, Hormontherapie (Präparate, Zeitdauer, aktuelle Einnahme), sozio-ökonomischer Status, familiäre Krebsbelastung speziell Brust- und Ovarialkarzinom (genetische Risikokonstellation)

Anleitung zur Selbstuntersuchung
Die Selbstuntersuchung der Brust trägt wesentlich zur individuellen Motivation und Bewusstseinsförderung für präventive Maßnahmen bei. Die regelmäßige, sachgerechte Selbstuntersuchung begünstigt die Entdeckung von Karzinomen. Auch wenn die Wirksamkeit der Selbstuntersuchung nicht überschätzt werden darf, muss die Selbstuntersuchung der Brust Bestandteil eines Früherkennungsprogramms sein und bleiben. Sie kann nicht früh genug erlernt und begonnen werden, soll jedoch ab dem 30. Lebensjahr regelmäßig erfolgen. Frauen sollten über die Wirkung, Vor- und Nachteile der Maßnahme in einem Früherkennungsprogramm informiert und aufgeklärt werden.

Klinische Untersuchung
Die ärztliche palpatorische und inspektorische Untersuchung von Brustdrüse und regionären Lymphabflussgebieten muss Bestandteil jedes  Früherkennungsprogramms sein und soll zumindest ab dem 30. Lebensjahr lebenslang in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Studienergebnisse zeigen, dass gerade ab dem 40. Lebensjahr durch die ärztliche palpatorische und inspektorische Untersuchung der Brustdrüse und der Lymphabflussgebiete in Kombination mit der Mammographie die Brustkrebs-Früherkennung wirksamer zu gestalten ist.

Mammographie
Die Mammographie ist momentan. die einzige für die Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien allgemein als wirksam anerkannte Methode. Prospektiv randomisierte Studien zeigen, dass mit der Einführung einer Screening-Mammographie als Röntgen-Reihenuntersuchung eine altersabhängige Brustkrebssterblichkeitsreduktion um 20–40% möglich ist. Aufgrund der randomisierten Studien ist eine Wirksamkeit der Früherkennungsmammographie für Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, neuerdings auch zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, belegt, aber auch nach dem 70. Lebensjahr anzunehmen. Der individuelle Nutzen der Mammographie überwiegt ab dem 40. Lebensjahr die sich aus der Strahlenexposition ergebenden Risiken. Das Optimum des Verhältnisses aus Nutzen und Risiko liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Sonographie / Ultraschall
Die Sonographie ist eine Zusatzuntersuchung für die Abklärung unklarer Befunde. Als alleinige Screeningmethode ist sie für die Früherkennung ungeeignet.

Magnetresonanztomographie
Die Kontrastmittel-Magnetresonanztomographie ist eine Zusatzuntersuchung unter spezieller Indikationsstellung. Als alleinige Methode ist sie ebenfalls für die Früherkennung ungeeignet. Der Wert der Magnetresonanztomographie ist im Rahmen von prospektiv randomisierten Studien nicht evaluiert.

 

 

 

3. Diagnostik bei Verdacht auf Brustkrebs

Anamnese und körperliche Untersuchung

 
Mammographie
Die Mammographie ist eine Röntgenaufnahme der Brust. Durch die Röntgenaufnahme kann der Arzt genauer feststellen, ob es sich bei dem getasteten Knoten um Brustkrebs oder um eine andere Art von Erkrankung handelt.


Ultraschall
Die Mammasonographie ist eine Untersuchung der Brust mittels Ultraschall. In Ergänzung zur Mammographie spielt die Mammasonographie die wichtigste Rolle bei der Abklärung auffälliger Befunde. Bei manchen Frauen - vor allem bei jüngeren - sind Veränderungen in der Mammografie schwerer zu erkennen. Mit Hilfe der Mammasonographie können Auffälligkeiten in der Brust weiter beurteilt und abgeklärt werden.


Kernspintomographie
Die Magnet-Resonanz-Tomografie wird vor allem eingesetzt, wenn nach den bisherigen Untersuchungen noch Unklarheiten über den Befund bestehen. Bei diesem Verfahren werden mit Hilfe eines starken Magnetfeldes Schnittbilder des Körpers angefertigt. Somit entsteht bei dieser Untersuchung keine Strahlenbelastung. Bei der Darstellung der Brust ist die Gabe eines speziellen Kontrastmittels über die Vene nötig.


Gewebsproben aus der Brust - Biopsie
Unter einer Biopsie versteht man die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Gewebe. Nur die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe der Brust kann endgültig Klarheit darüber geben, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Am unserem Brustzentrum  erhalten Sie durch eine Gewebeprobe innerhalb von 24 Stunden ein Ergebnis. Die Biopsie ist ein sehr sicheres, risikoarmes Untersuchungsverfahren, bei dem auch keine Tumorzellen "verschleppt" werden können.

 


4. Therapie des Brustkrebses


Im Rahmen der Brustkrebsbehandlung gibt es verschieden Therapieformen die häufig in Kombination empfohlen werden.


Operative Therapie
Wurde bei Ihnen die Diagnose Brustkrebs gestellt, so ist fast immer eine Operation notwendig. Abhängig von der Größe und der Lage des Tumors, der Größe und Form der Brust und besonders von den individuellen Wünschen und Vorstellungen der Frau, stehen in den allermeisten Fällen mehrere Operationsmethoden zur Verfügung.


Strahlentherapie
Unter der Bestrahlung oder Strahlentherapie (Radiatio) versteht man das Bestrahlen des Gewebes mit ionisierenden Strahlen. Die Strahlentherapie soll eventuell verbliebene Krebszellen oder bereits abgesiedelte, aber noch nicht erkennbare Zellen zerstören.


Ziel einer Bestrahlung der Brust ist es, eventuell noch vorhandene Tumorzellen in der Brust oder im Narbenbereich zu zerstören, damit es nicht zu einem Wiederauftreten des Tumors im Bereich des ehemaligen Tumorbettes kommt (sogenannte Lokalrezidiv) .


Systemische onkologische Therapie
Auch wenn keine Tumorabsiedlungen mit den heutigen Untersuchungsmethoden im Körper nachgewiesen wurden, muss man doch mit einer Ausbreitung kleinster Tumorzellnester im Organismus rechnen. Um diese kleinen Ansammlungen von Krebszellen zu vernichten, werden „systemische“ Therapien eingesetzt wie:  


- Chemotherpie
- Endokrine  - Therapie
- Antikörper  - Therapie

 

 

5. Nachsorge


In der Regel übernimmt der behandelnde Frauenarzt die Nachsorge, sie kann jedoch auch vom Hausarzt durchgeführt werden. Doch auch die Patientin selbst übernimmt wichtige Teile der Nachsorge im Rahmen der monatlichen Selbstuntersuchung der Brust.

 

Nachsorgeintervalle
Nach Abschluss der Behandlung, im Fall einer adjuvanten Chemotherapie spätestens sechs Monate nach der Operation, wird zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen geraten. Diese Untersuchungen zielen vor allem darauf, einen örtlich begrenzten Rückfall frühzeitig zu erkennen, ein so genanntes Lokalrezidiv, oder ein neues Karzinom in der anderen Brust. Die Nachsorgetermine dienen auch der Überwachung bezüglich möglicher Folgen und Nebenwirkungen der vorausgegangenen Tumorbehandlung. Schließlich ist es auch Aufgabe der Nachsorge, der krebskranken Patientin bei der Lösung und Verarbeitung von körperlichen, psychischen und sozialen Problemen zu helfen.
Eine intensive Suche nach Fernmetastasen bei beschwerde- und symptomfreien Patientinnen bringt dagegen nach dem gegenwärtigen Stand der Erkenntnisse für die Behandlungsmöglichkeiten in der Regel keinen Vorteil. Deshalb gilt weiterhin Zurückhaltung bei aufwändigen Untersuchungen oder Tumormarkerbestimmung ohne konkreten Anlass. Nur bei konkretem Verdacht auf eine Metastasierung werden weitergehende apparative und labormedizinische Untersuchungen durchgeführt. 

  • In den ersten drei Jahren erfolgen die Untersuchungen alle drei Monate, im vierten und fünften Jahr alle sechs Monate.
  • Nach fünf Jahren ohne Rückfall sind Kontrollen in jährlichen Abständen ausreichend.
  • Nach brusterhaltender Operation wird die betroffene Brust in den ersten drei Jahren alle sechs Monate mammographiert, danach jährlich. Bei der nicht betroffenen Brust genügen von Anfang an jährliche Mammographien.

 Die erste körperliche Untersuchung dient dazu, ein allgemeines Bild von Ihrem Körper zu gewinnen und mögliche Krankheitszeichen zu erkennen. Hierbei wird unter anderem Ihre Brust gründlich abgetastet, um die Größe und Lage eines eventuell festgestellten Brusttumors beurteilen zu können. Auch die Achselhöhle wird gründlich abgetastet, um potentiell vergrößerte Lymphknoten zu entdecken. Im Gespräch erfragt der Arzt weitere Informationen, die ihm bei der Diagnosestellung und späteren Therapieplanung helfen.