Nachbericht: Genetische Beratung – mehr als nur eine Stammbaumanalyse

Leitende Oberärztin Dr. Maria-Irene Hainich des Brustzentrums am Klinikum.
Referent Dr. Bernd Auber, Oberarzt im Institut für Humangenetik an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Veröffentlicht am 17. Mai 2016

Im Rahmen der Behandlung von Brust- und gynäkologischen Tumoren, aber auch von Tumoren des Magen/Darm-Traktes spielt die Frage nach einer genetischen Veranlagung eine immer größere Rolle für die individuelle Therapie und die gleichzeitige Beratung der Familie.
Am 4. Mai veranstaltete das Brustzentrum des Klinikums gemeinsam mit der Beratungsstelle für Krebskranke des Vereins Krebsnachsorge Braunschweig e.V. eine Vortragsveranstaltung im Bildungszentrum. Das Thema des Abends war „Brustkrebs, Darmkrebs und Co: Erbliche Tumorerkrankungen?“, referiert von Dr. Bernd Auber, Oberarzt am humangenetischen Institut der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Der Vortrag informierte über wichtige Aspekte der Genetik zur Überprüfung verschiedener Krebserkrankungen. So erhielten die Interessierten Antworten auf die Fragen - wann eine genetische Beratung sinnvoll ist und was der Nachweis einer erblichen Tumorerkrankung für Erkrankte und deren Familienmitglieder bedeutet.

Die Veranstaltung fand mit 45 Interessierten regen Zuspruch. Nach dem Impulsvortrag gab es bei Kaffee und Keksen, die Möglichkeit direkt mit dem Referenten, den Mitarbeiterinnen des Brustzentrums und des Krebsnachsorgevereins in Kontakt zu treten und mögliche Fragen und Bedenken zu stellen. Zusätzlich gab es einen Informationsstand der Rexrodt von Fricks Stiftung – einer Stiftung für krebskranke Mütter und ihren Kindern. Dort wurden die Stiftungsprojekte „gemeinsam gesund werden“ (Onkologische Rehabilitationsmaßnahme) und „Zusammen stark werden“ (Mutter-Kind Schwerpunktkur nach Krebs) vorgestellt.

Dr. Maria-Irene Hainich, leitende Oberärztin des Brustzentrums moderierte die Veranstaltung. „Diese Vortragsreihe gemeinsam mit dem Krebsnachsorgeverein ist für mich und mein Team ein wichtiges Anliegen. Wir möchten neben dem medizinisch-pflegerischen Aspekt auch ein Ohr und Auge für Betroffene und deren Familien sein, indem wir sie begleiten und beraten. Meinen Patientinnen sage ich immer, wir möchten eine Leitlinie für Sie durch den Dschungel der Krebsbehandlung sein.“
Dr. Bernd Auber vermittelte sein Wissen aus erster Hand und ging ganz individuell auf alle Fragen ein. „In der genetischen Beratung versuche ich stets als Berater zu agieren, sprich meine subjektive Meinung steht an letzter Stelle. Bei uns im Institut versuchen wir alle Informationen, die wir erhalten den Patientinnen und Patienten offen zu legen. Sie selbst sollen unabhängig von unserer Meinung eine Entscheidung treffen.“

Heutzutage suchen Patienten, Angehörige und Interessierte verstärkt nach aktuellen Informationen zu Krankheiten, Diagnosen und Therapien. Mit diesen Vorträgen bieten das Klinikum und der Verein Krebsnachsorge Braunschweig e.V. Informationen aus erster Hand und die Möglichkeit konkret nachzufragen.

„Eine Kernbotschaft, die ich für mich aus dem Vortrag mit nach Hause nehmen werde, ist, dass es sich lohnen kann, zur genetischen Beratung zu gehen. Man sollte dabei immer auch an seine Angehörige denken, denn nur weil bei mir nichts gefunden wurde, besteht die Möglichkeit, dass es meine Kinder oder Enkel trifft“, so eine Zuhörerin der Veranstaltung.
Die Vortragsreihe geht im August weiter. Den genauen Termin und weitere Informationen erhalten Sie in Kürze auf unserer Homepage.