Nachbericht: Ein informativer Beratungsvormittag für alle Seiten

Veröffentlicht am 2. Mai 2016

Die Dialyse ist eine lebenswichtige Behandlung bei Nierenversagen. Aktuell sind rund 80.000 Menschen in Deutschland dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Am 26. April 2016 fand im Bildungszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Jan T. Kielstein, Chefarzt der Medizinischen Klinik V, der Erste Braunschweiger Beratungsvormittag für aktuelle und zukünftige Dialysepatienten und Angehörige statt. Ziel der Veranstaltung war es, Patienten und deren Angehörige die Gelegenheit zu geben sich über wichtige Alltagsfragen aus dem Dialysebereich zu informieren. Die Veranstaltung fand regen Zuspruch. Neben den drei Impulsvorträgen gab es einen guten Austausch zwischen den Interessierten, den Referenten und dem Klinikpersonal. Durch die fächerübergreifende Dozentenmischung war für jeden etwas dabei.

Professor Kielstein stellte die unterschiedlichen Dialyseformen und den typischen Alltag eines Dialysepatienten vor. „Bevor ein Patient bei uns in der Klinik seine Behandlung startet, steht die Auswahl der richtigen Dialyseform sowie der kontinuierliche Austausch zwischen Patient, Angehörige und behandelndem Arzt im Fokus. Eine Dialysebehandlung ist eine individuelle Entscheidung, mein Team und ich möchten Ihnen deshalb alle Möglichkeiten aufzeigen und dabei beratend zur Seite stehen“, erklärt Chefarzt Professor Dr. Jan T. Kielstein.

Spätestens mit Beginn der Dialysebehandlung stellen sich den Patienten vielfältige Fragen oder Probleme im sozialen Bereich, ob Weiterführung der Berufstätigkeit, Anerkennung als Schwerbehinderter, Berentung, häuslichen Versorgung und Pflege, Fahrkosten zur Dialysebehandlung oder Urlaub. Birgit Päselt, Sozialarbeiterin am Klinikum, informierte über aktuelle mögliche Leistungen und Neuregelungen aus dem Bereich des Sozialdienstes.

Mit plastischen Beispielen und rund um das Thema Ernährung während der Dialyse zeigte Ernährungsberaterin Irmgard Landthaler aus München praktische Tipps und Tricks sowie die typischen Irrtümer und Ernährungsmythen. „Eine Aussage, welche ich aus dem Vortrag für mich mitgenommen habe, ist „Ernährungstechnisch ist nichts Verboten“ es kommt stets auf die Dosis der jeweiligen Nahrungsmittel an. So ist beispielsweise frisches Obst, aufgrund des Kaliums in vielen Ratgebern strengstens untersagt. Nimmt man aber täglich eine Handvoll zu sich, ist es in Ordnung und man muss so nicht auf sein Lieblingsobst verzichten“, so ein Zuhörer der Veranstaltung.
Nach dem alle Ernährungsmythen aus der Welt geschaffen wurden, gab es auch noch leckere Rezepte für zu Hause zum nach Kochen.

Es wurde nachgefragt, diskutiert und Erfahrungen wurden gemeinsam ausgetauscht. Thomas Türke, Pflegerische Leitung der Medizinischen Klinik V bewertet die Veranstaltung folgendermaßen: „Eine bunt gemischte Runde und ein gelungener Vormittag. Es hat mich sehr gefreut, dass viele Patienten so offen auf uns zu gekommen sind. Einige hatten z. B. Medikamentenrezepte oder Laborwerte dabei gehabt und haben uns um eine Zweitmeinung oder um Rat gebeten. Auch für uns als Pflegefachkräfte war es wie eine kleine Fortbildung, viele genannte Aspekte waren selbst für uns neu.“
Ob dieses Veranstaltungsformat nochmals wiederholt wird? Professor Kielstein sagt dazu: „Auf jeden Fall überlegen wir die Veranstaltung auch im nächsten Jahr zu wiederholen. Das große Interesse der Patienten und deren Angehörigen ist ein Ansporn für uns.“