Unser Buchtipp im November

Patientenbücherei der Holwedestrasse empfiehlt

Hillenbrand, Tom: Drohnenland, ISBN:978-3-462-04662-5;
Kiepenheuer&Witsch; 423 Seiten; € 9,99

 
In einer nicht sehr fernen Zukunft überwachen Kameras, Drohnen und Abhörgeräte alles. Die Niederlande gib es nicht mehr und Portugal ist das reichste Land der Union. Als auf einem Acker der Nähe von Brüssel der EU-Parlamentarier Vittorio Pazzi ermordet aufgefunden wird, erleichtern die Drohnen dem herbei gerufenen Hauptkommissar Aart van der Westerhuizen scheinbar die Aufklärung des Falls. Mit Hilfe des totalem Überwachungssystem und dem Mega-Server Tereisias gelingt es Westerhuizen, schnell den vermeidlichen Mörder zu lokalisieren. Doch der Jäger wird zum Gejagten, als er auf die Spur eines Korruptionsskandal stößt. Was wie ein typischer Krimi anfängt, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einem düsteren Science Fiction.
Tom Hillenbrand schafft es virtuelle Animationen und digitale Neuerungen wie die Specsbrille, die jeder Bürger trägt, in der Handlung so vorzustellen, dass der Leser gebannt weiter liest. Flüssig im Stil und mit einem Gespür für dramatische Zuspitzung führt uns der Verfasser in eine Technik dominierten Welt ein.

Das Buch wurde mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman gewürdigt.


Unser Buchtipp im Oktober

Die Patientenbücherei der Salzdahlumer Straße empfiehlt:

Die Goldene Stadt
von Sabrina Janesch
rowohlt
527 Seiten

 
Sabrina Janesch hat sich auf die Spuren des vergessenen Entdeckers und Abenteurers Augusto Berns begeben und erzählt eine aufregende Geschichte. Gemeinhin gilt der US-Amerikaner Hiram Bingham als der Entdecker des sagenumwobenen Machu Picchu in Peru. Doch sehr viel früher war es einem Deutschen gelungen, Machu Picchu zu entdecken: Augusto Berns. Alles beginnt mit einem Jungen, der am Rhein Gold wäscht und sich in erträumten Welten verliert. Schon damals hat Berns einen Traum vor Augen, den er mit Zielstrebigkeit und Mut verfolgt. Er möchte Entdecker werden und das Geheimnis der verschwundenen Inkastadt El Dorado lüften.

Sabrina Janesch beschreibt dieses abenteuerliche Leben mit hervorragend recherchiertem Hintergrund, fesselnden Figuren, fiktiven Elementen und spannenden Weiterentwicklungen. Auf diese Weise ist ihr ein facettenreicher biografischer Abenteuerroman gelungen.

Die Autorin wurde 1985 in Gifhorn geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim und zwei Semester Polonistik in Krakau. Für ihre Werke wurde sie mehrfach ausgezeichnet.


Unser Buchtipp im September

Die Patientenbücherei der Celler Straße empfielt:

Autor: Jean-Luc  Bannalec
Titel:  Bretonisches Leuchten

Kommissar Dupin ist mit seiner Freundin, der Kardiologin Claire, in den malerischen Küstenort Trégastel gefahren, um dort Urlaub zu machen. Genau gesagt, sind die beiden zum Urlaub verdonnert worden, von freiwilligem Urlaub kann keine Rede sein. Claire fühlt sich anscheinend sehr wohl dabei, mit einem Buch am Strand zu liegen, während sich Dupin immer wieder mit fadenscheinigen Ausreden vom Strandlaken entfernt.
Der Hotelmanager Bellet weiß um den Beruf Dupins und er erzählt dem Kommissar von der verschwundenen Statue der heiligen Anna, die besonders alt und wertvoll sein soll. Dupin erwidert, dass er sich im Urlaub befindet, doch Bellet gibt nicht auf. Immer wieder erwähnt er Einzelheiten des Diebstahls und auch den letzten Todesfall in dieser Gegend. Einige Zeit davor gab es eine Tote, die den steilen Abhang am Steinbruch hinunterstürzte und auf den rosa Granit prallte. Sie war in der Verwaltung des Steinbruch-Unternehmens angestellt und es konnte nie festgestellt werden, ob ihr Tod wirklich ein Unglückfall war.
Dupin gibt sich desinteressiert, er hat Ferien. Verordnete Ferien! Dieses Wort „Ferien“ ist ihm sehr suspekt, ihm ist schlichtweg todlangweilig. Sand und Strand sind nicht sein Ding, der Sand bleibt überall kleben, zwischen den Zehen, am Körper und überhaupt…  
Immer wieder sucht er nach Vorwänden das Strandtuch zu verlassen, um   … heimlich zu ermitteln.
Natürlich hat er ein schlechtes Gewissen Claire gegenüber, bis er plötzlich unfreiwillig ein Telefongespräch Claires mit dem Krankenhaus belauscht und feststellen muss, dass auch sie nicht ohne ihre Arbeit auskommen kann. Sie ist per Telefon mit der Behandlung von Patienten beschäftigt. Sein erster Impuls ist es, sie mit seinem Wissen zu konfrontieren, überlegt sich aber sofort, dass er ja nun ungestört ermitteln kann, denn sie ist ja anscheinend auch sehr beschäftigt.
Ja, bis dann eine Touristin verschwindet und Dupin mittendrin ist im Geschehen. Mit den örtlichen Polizisten hat er sich schon arrangiert, aber Claire weiß noch immer nichts von seiner heimlichen Tätigkeit.
Dies ist Kommissar Dupins sechster Fall und er ist natürlich auf der richtigen Spur. Amüsant sind die bretonischen Dörfler, die ihn mit Neuigkeiten füttern und bei denen er sich die nötigen Informationen holt.
Ein richtiger Ferien Krimi, spannend und amüsant.

Die Kinder- und Jugendbücherei Holwedestraße stellt jeden Monat ein tolles Kinder-/Jugendbuch für alle kleinen Leseratten vor. Neugierig??? Dann klicke schnell hier um mehr zu erfahren...