Klinik für Urologie und Uroonkologie: Urologische Mikrochirurgie und Andrologie

Viele Strukturen des menschlichen Körpers sind so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge nur schlecht erkennen kann. Deswegen wird in der Urologie (z.B. bei der potenzerhaltenden Prostataentfernung bei Prostatakrebs) häufig mit Lupenbrille operiert. Im Bereich des Hodens und des Samenstranges sind die Strukturen so zart, dass eine gute Sichtbarkeit nur bei sehr starker Vergrößerung erreicht werden kann. Dazu haben wir in der Urologie Braunschweig ein hochmodernes Operationsmikroskop.

Der Vorteil der mikrochirurgischen Operationsmethoden besteht darin, dass alle anatomischen Gewebestrukturen auf das 40 bis 100 fache vergrössert werden können.

Der Nebenhodengang (Ductus epididymidis) hat beim Mann zwar eine Länge von 6 m, aber nur einen Durchmesser von 0,1 bis 0,3 mm und eine Wandstärke von 30 µm. Wenn in diesem Bereich genäht werden muss, so ist das verwendete Nahtmaterial dünner als ein menschliches Haar.

Am häufigsten werden mikrochirurgische Operationen in der Urologie bei Männern mit Kinderwunsch durchgeführt, z. B. nach einer vorangegangenen Durchtrennung der Samenleiter (Vasektomie) oder bei Krampfadern des Hodens (Varicocele). Es besteht aber auch die Möglichkeit unter mikroskopischer Kontrolle direkt Hodengewebe zu entnehmen, welches dann auf Spermien untersucht wird, die dann zur assistierten Befruchtung verwendet werden können (mikro-TESE).

Im Klinikum Braunschweig wird das komplette Spektrum an mikrochirurgischen Operationen angeboten. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, menschliche Samenflüssigkeit und Hodengewebe dauerhaft in flüssigem Stickstoff zu lagern (Kryokonservierung), um es dann zu einem späteren Zeitpunkt für eine assistierte Befruchtung zu verwenden.

Alkuin Vandromme,
Leiter urologische Mikrochirurgie und Andrologie

Sprechstunde (auf Zuweisung eines Urologen): Dienstag 14-15 Uhr (Anmeldung über das Sekretariat der Urologie)