Medizinische Klinik IV: Unsere Leistungen

Die Medizinische Klinik IV ist eine Abteilung mit 77 Betten innerhalb des Städtischen Klinikums Braunschweig, welche den Schwerpunkt Geriatrie und Rheumatologie im Rahmen der Inneren Medizin vertritt. Sie befindet sich am Standort 3 "Celler Straße".

In der Geriatrie werden ältere Patienten aufgenommen, die an einer alterstypischen Erkrankung leiden. Gleichzeitig haben die Patienten weitere Krankheiten, die behandelt oder zumindest bei der Therapie mit berücksichtigt werden müssen (Multimorbidität). Oft sind mit einem Akutereignis wie einem Schlaganfall, einer Fraktur oder einer großen Operation bestimmte Ursachen oder Folgezustände verbunden, die der speziellen Diagnostik oder Therapie bedürfen.

Die Kombination eines weiten Spektrums internistischer, neurologischer und chirurgischer Krankheiten  mit Begleitsymptomen wie Bewegungsstörungen (Sturzneigung), Inkontinenz, Störungen von Gedächtnis und Orientierung, Schluckstörungen usw. kann es notwendig machen, dass ein Patient in einer Abteilung  behandelt wird, die speziell auf diese Probleme im höheren Lebensalters eingehen kann.

Zu jeder Aufnahmeuntersuchung gehört daher ein strukturiertes Assessment. Assessment bedeutet, dass neben den Diagnosen auch Fähigkeitsstörungen und Störungen der Teilhabe am sozialen Leben sowie die Ressourcen und Fähigkeiten des Patienten systematisch erfasst werden. Diese werden bei der weiteren Behandlung und Unterstützung des Patienten genutzt bzw. berücksichtigt.

Es werden sowohl Patienten auf Einweisung von niedergelassenen Ärzten als auch über die Aufnahmestation des Städtischen Klinikums zur Diagnostik und Therapie aufgenommen. Wenn entsprechende Krankheiten vorliegen und die Voraussetzungen erfüllt sind, werden die Patienten auch aus anderen Abteilungen innerhalb und außerhalb des Klinikums zur Weiterbehandlung verlegt.

In der Rheumatologie werden Patienten mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen der Gelenke, der Wirbelsäule, der Muskeln, der Gefäße und des Bindegewebes untersucht und behandelt. In besonderen Fällen sind auch ambulante Untersuchungen auf Überweisung möglich.

In der Mehrzahl der Fälle kann die Diagnose alleine durch die rheumatologischen Befragung und  Untersuchung erfolgen. Ergänzt wird diese klinische Untersuchung durch technische Möglichkeiten wie Röntgenaufnahmen, Gelenkssonographie und Gelenkspunktion. Alle anderen bildgebenden Verfahren stehen im Klinikum Braunschweig in Zusammenarbeit mit den anderen Standorten des Klinikums zur Verfügung und können bei entsprechender Fragestellung eingesetzt werden. Ältere Patienten mit Krankheiten von Wirbelsäule und Gelenken, die durch Verschleiß und Abnutzung entstanden sind, werden ebenfalls behandelt, insbesondere wenn die Methoden der Physiotherapie und Physikalischen Medizin eingesetzt werden müssen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Osteoporose und deren vielfältige Ursachen in Abgrenzung zu stoffwechselbedingten Knochenerkrankungen.

In besonderen Fällen werden Untersuchungen zur Frage von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und deren Einfluss auf Erkrankungen und Symptome der Gelenke, der Muskulatur und des Bindegewebes vorgenommen. Dazu wird neben der Anamnese und der körperlichen Untersuchung  die Eliminationsdiät als wesentliches diagnostisches und therapeutisches Prinzip eingesetzt.

Grundlegende technische Untersuchungen werden durchgeführt: EKG, Lungenfunktionsprüfung, Ultraschall (Inneren Organe und Schilddrüse, Gefäße, Gelenke, Muskulatur, Bindegewebe) und konventionelle Röntgenuntersuchungen der Lunge, Knochen und Gelenke.

In der Endoskopie ist die Spiegelung des oberen Magen-Darm-Trakts die häufigste Untersuchung, ggf. kombiniert mit der Anlage einer Ernährungssonde (PEG). Alle anderen modernen Untersuchungsverfahren sind in enger Kooperationen mit den übrigen spezialisierten Kliniken und Abteilungen des Städtischen Klinikums Braunschweig möglich.

Entsprechend dem Schwerpunkt der Abteilung steht ein Untersuchungs- und Behandlungsteam zur Verfügung, das neben den Ärzten und der Pflege (Geriatrisch-aktivierende Krankenpflege, Angehörigenschulungen) und medizinischem Assistenzpersonal aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden (Sprach- und Schlucktherapie) und Sozialarbeitern  besteht. Auch die Seelsorge wird soweit wie möglich in die Betreuung der Patienten mit einbezogen.

Einmal pro Woche findet ein Gespräch aller mit dem Patienten betrauten Berufsgruppen statt, in dem das weitere Vorgehen und die Behandlungsmöglichkeiten mit dem Patienten und ggf. seinen Angehörigen abgestimmt werden.

Ohne den Einsatz qualifizierter Sekretärinnen und Schreibkräften sind die organisatorischen und administrativen Notwendigkeiten auch im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung und der Qualitätssicherung nicht zu gewährleisten.

Unsere Arbeit wird sehr von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Braunschweig und der Region unterstützt, die sich im Bibliotheksdienst, als „Grüne Damen“ und im Freundes- und Förderkreis des Klinikums ehrenamtlich engagieren.

Die Klinik nimmt am Qualitätssicherungsprogramm des Bundesverbandes Geriatrie und an einem deutschlandweiten Projekt teil, das sich mit den Fragen des Sturzes, der Schmerzen und der Mangelernährung beim geriatrischen Patienten befasst (http://www.geriatrie-web.de/).

Wir beschäftigen uns zusammen mit der TU Braunschweig mit der Frage, wie selbstbestimmtes Leben zu Hause im Alter durch technische Mittel unterstützt werden kann. (TU Braunschweig Institut für Medizinischen informatik)