Unser Buchtipp November 2017

Beate Hofmann Olaf Hofmann
Leben mit tausend Sternen
Holen Sie sich das Glück zurück. Es liegt direkt vor Ihrer Haustür.
Verlag: Adeo; ISBN: 978-3-86334-168-8; € 18,00


Am letzten Urlaubstag schlafen wir draußen, das hatten wir so beschlossen. Auf einer Lichtung im Wald mit tausend funkelnden Sternen über uns. Es wurde ein intensives Erlebnis und führte zu der Idee, ein ganzes Jahr lang einmal im Monat draußen zu schlafen. Die Zeit dafür mussten wir uns suchen, denn der Alltag ist anstrengend, gefüllt mit Terminen und Erwartungen. Auch laden die Wintermonate mit Schnee und Kälte nicht gerade dazu ein, den Schlafsack und das Nötigste zu packen und einen Schlafplatz zu suchen. Es wurden zwölf abenteuerliche, intensive und manchmal auch recht nasse Erlebnisse. – Die Autoren erzählen von den zwölf Übernachtungen, den Menschen, die sie dabei kennen gelernt haben und der Natur, der sie sich auf eine ganz besondere Art genähert haben. Jedes Kapitel wird ergänzt durch Fotos, manchmal schwarz-weiß, manchmal farbig und mit Gedanken in Form von Gedichten. Es ist eine „Anleitung“ zum Nachdenken, zum Anhalten, zum bewusst Leben und auch zum Genießen.

Eine unterhaltsamer und ansprechender Erlebnisbericht, in dem es um kleine Auszeiten vom Alltag geht.

Die Kinder- und Jugendbücherei Holwedestraße stellt jeden Monat ein tolles Kinder-/Jugendbuch für alle kleinen Leseratten vor. Neugierig??? Dann klicke schnell hier um mehr zu erfahren...


Unser Buchtipp im Oktober 2017

Die Patientenbücherei im Klinikum Salzdahlumer Straße empfiehlt:

Unorthodox
von Deborah Feldman
btb Verlag 2017 - 384 Seiten

Eine autobiografische Erzählung, die einen Blick in eine verschlossene Welt gewährt.

Deborah Feldman lebte in der orthodoxen chassidischen Gemeinschaft im Stadtteil Williamsburg/New York, bis sie etwas Ungeheuerliches wagt. Sie lässt ihr altes Leben hinter sich. Heute wohnt sie mit ihrem Sohn in Berlin.

Die Autorin, geboren 1986 in New York, schildert ihre Kindheit und Jugend, die sie bei ihren Großeltern verlebt, abgeschottet von der säkulären Welt innerhalb der Grenzen der chassidischen Satmarer Gemeinde. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Moderne Kleidung, Fernsehen, Internet und weltliche Bücher gelten als frevelhaft. Sexualität ist tabu. Angetrieben durch ihren Wissensdurst liest sie heimlich verbotene englische Bücher, ungeachtet der Angst, entdeckt zu werden. Schon früh stellt sie die chassidischen Regeln in Frage, vor allem die repressiven Regeln für Frauen. Sie spürt, dass ihre Zukunft außerhalb ihrer Gemeinschaft liegt.

Mit 17 Jahren muss sie eine arrangierte Ehe eingehen. Nach der Hochzeit rasieren verheiratete Frauen ihren Kopf und tragen Perücken. Ihre Aufgabe ist es, viele Kinder zu bekommen. Ein streng gottgefälliges Leben soll einen zweiten Holocoust verhindern.

Nachdem ihr Sohn mit drei Jahren in chasssidische Riten eingeführt werden soll, flieht sie, um ihm ein Leben in Freiheit zu ermöglichen.

Der Einblick in diese Parallelwelt ist einerseits hochinteressant, andererseits unfassbar. Die Autorin schreibt ihre Lebensgeschichte direkt, klar und ehrlich. Ein spannendes Buch, dessen Inhalt noch lange nachwirkt.

In ihrem zweiten Werk „Überbitten“ erzählt Deborah Feldman, wie ihr Leben nach dem Ausstieg weitergeht.


Unser Buchtipp im September 2017

Die Patientenbücherei im Klinikum Celler Straße empfiehlt:

Christian Nürnberger
Petra Gerster

Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther
Gabriel Verlag, 2016, S. 208, Illustrationen von Irmela Schautz


Martin Luther und Katharina von Bora wie Christian Nürnberger und Petra Gerster sie sehen.
 
Martin Luther ist eine historische Persönlichkeit, nicht nur wegen des Thesenanschlags in Wittenberg von 1517. Das Journalistenehepaar Christian Nürnberger und Petra Gerster haben eine als sehr verständliches Sachbuch angelegte Biografie über Luther geschrieben. Sie erzählen das Leben Luthers in einer Sprache, die Jugendliche und Erwachsene anspricht.

Sie beginnen mit Luthers Herkunft. Der Bruch mit dem Vater, der Anschluss an einen Bettelmönch-
orden sowie Luthers Kampf gegen den Ablasshandel werden beleuchtet. Vor allem Luthers Verbannung aus der Kirche steht im Vordergrund. Luther war ein kantiger Mensch, der für seine Meinung und Überzeugung stand, was aber in der damaligen Zeit nicht ungefährlich war. Gut, dass
er starke Fürsprecher und Helfer hatte. Er übersetzte die Bibel und und damit erfolgte die Geburt der deutschen Sprache. Und er schockte die katholische Kirche, dass er sich von allen klerikalen Regeln lossagte und die Nonne Katharina von Bora heiratete. Hier wird auch auf die unterschiedliche Stellung von Mann und Frau eingegangen. Denn Katharina konnte als Luthers Ehefrau recht eigenmächtig
handeln.

Am Schluss des Buches widmet sich  Christian Nürnberger der Bedeutung von Religion bzw. Reformation im Hier und Jetzt. Denn wo wären wir heute, hätte es solche mutigen Menschen wie Martin Luther nicht gegeben?

Eine leicht verständliche und lehrreiche Lektüre für junge Leser, kann aber aufgrund der guten
Aufbereitung auch für ein älteres Lesealter sehr interessant sein.