Wirbelsäulenzentrum

Dr. Ernst Rzesacz (links), Unfallchirurgie, und Dr. Martin Willmann, Neurochirurgie, mit einen Wirbelsäulenmodell.

Die Klinik für Neurochirurgie, Chefarzt Prof. Dr. Wolf-Peter Sollmann, und die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie, Chefarzt Prof. Dr. Thomas Gösling, bieten mit dem Wirbelsäulenzentrum eine umfassende Versorgung für Patienten mit schweren Wirbelsäulenverletzungen für die Region Braunschweig an. Das nächste Zentrum dieser Art ist in Hannover.

Komplexe Verletzungen oder Erkrankungen an der Wirbelsäule werden am besten gemeinsam von Unfallchirurgen und Neurochirurgen behandelt.

Dazu gehören Patienten mit schweren Wirbelsäulenverletzungen, die bereits unter neurologischen Begleiterscheinungen leiden, wie z.B. einer beginnenden Querschnittlähmung. Solche Verletzungen entstehen häufig nach Autounfällen mit hoher Geschwindigkeit oder nach Stürzen aus großer Höhe.

Eine andere Patientengruppe sind Krebspatienten, denn der häufigste Ort für Metastasen im Skelett ist die Wirbelsäule. Diese Patienten werden außerdem gemeinsam mit der Onkologischen Klinik und der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie versorgt. In Zukunft wird das Wirbelsäulenzentrum auch in die interdisziplinäre Tumorkonferenz eingebunden. Die dritte Patientengruppe des neuen Zentrums sind Menschen mit verschleißbedingten Fehlstellungen der Wirbelsäule.

Alle diese Patienten haben im Klinikum mit den beiden Oberärzten Dr. Ernst Rzesacz aus der Unfallchirurgischen Klinik und Dr. Martin Willmann aus der Neurochirurgischen Klinik feste Ansprechpartner. Sie bieten eine gemeinsame Sprechstunde an, in der sie die Patienten interdisziplinär begutachten und führen auch die Operation gemeinsam durch. Die Betroffenen können so optimal vom Know-how und der Kompetenz der beiden Fachgebiete profitieren.

Beide Ärzte behandeln nach wie vor auch die weniger aufwändigen Wirbelsäulenverletzungen weiter, wie z.B. den Bandscheibenvorfall in der Neurochirurgie und den Wirbelbruch in der Unfallchirurgie.

Das Konzept hat außerdem auch Vorteile für die Ausbildung der Assistenzärzte in den beteiligten Kliniken. Sie lernen die entsprechenden Behandlungspfade kennen und können gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen besuchen.