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Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin

PET-CT bei Prostata-Carcinom

Zu den modernsten Untersuchungsmöglichkeiten in der Prostata-Carcinom-Diagnostik zählt heute die PET-CT-Untersuchung mit Fluor-18-Cholin. Diese Untersuchung kann im Rahmen der Erstbehandlung einer neu diagnostizierten Prostataerkrankung oder häufiger im Verlauf einer bereits durchgeführten Behandlung erfolgen. (s. Indikation)

Indikationen für die PET-CT bei Prostata-Carcinom

Die Durchführung einer PET-CT kann relevante Befunde für die optimalen Wahl der weiteren Diagnostik oder Therapie liefern. Dies gilt für folgende Situationen:

Patienten mit Verdacht auf Prostata-Carcinom trotz vorangegangener Biopsie ohne Tumornachweis

  • bei auffälligem transrektalen Ultraschall und/oder
  • bei auffälligem Tastbefund und/oder
  • bei einer fortbestehenden PSA-Erhöhung

Patienten mit nachgewiesenem Prostatakrebs

  • zur Entscheidung bezüglich weiterer Therapiestrategien (z. B Bestrahlung, Operation, Hormontherapie
  • zum Ausschluss von Lymphknotenmetastasen
  • zum Ausschluss von Fernmetastasen (Knochen, innere Organe)

Patienten nach operativer Entfernung der Prostata und Ansteigen des PSA-Wertes

  • zum Ausschluss eines lokalen Rezidivs oder von Fernmetastasen

Fluor-18 Cholin: Spezielles Radiopharmakon für die PET-CT in der Prostata-Carcinom-Diagnostik

Während sich in der Mehrzahl der PET-CT-Untersuchungen die radioaktiv-markierte Substanz Fluor-18 FDG (Fluor-Desoxyglucose) als außerordentlich erfolgreich für die Abklärung von Tumorerkrankungen erwiesen hat - und damit das routinemäßig eingesetzte Radiopharmakon in der PET-CT darstellt -, ist diese Substanz in der Diagnostik von Prostataerkrankungen wenig effizient. Auf der Suche nach wirkungsvollen Radiopharmaka für die PET-CT-Diagnostik von Prostataerkrankungen hat sich demgegenüber die Substanz Fluor-18 Cholin (Fluorethylcholin) in klinischen Studien bewährt (Literatur).

Die Substanz Fluor-18 Cholin ist bisher als Arzneimittel noch nicht in Deutschland zugelassen und wird damit im Rahmen von Studien auf der Grundlage von Einzelverschreibungen zur Diagnostik von Prostataerkrankungen eingesetzt. Einschlusskriterien sind:

  • Patientenalter 18 Jahre oder älter
  • Patient ist uneingeschränkt aufklärungs- und zustimmungsfähig
  • Indikation zur Prostatastanzbiopsie nach den Leitlinien der DGU bei der Primärdiagnose
  • PSA 0,5 ng/ml i.S. eines PSA-Progresses nach den Leitlinien der "European Association of Urology"
  • Auffälliges Areal im transrektalen Ultraschall i. S. eines Lokalrezidivs
  • Auffällige digital-rektale Examination nach radikaler Prostatovesikulektomie i. S. eines Lokalrezidivs

Ablauf der PET-CT-Untersuchung bei Patienten mit Prostataerkrankungen

  1. Der Patient sollte zur der PET-CT-Untersuchung nüchtern erscheinen.
  2. Der PET-CT-durchführenden Arzt nimmt eine Aufklärung über die Untersuchung vor. Eine schriftliche Einverständnis des Patienten für die Untersuchung muss erfolgen.
  3. Der Patient sollte zur PET-CT-Untersuchung alle ihm zur Verfügung stehenden Krankheitsunterlagen (Arztberichte etc.) mitbringen, dies gilt insbesondere für aktuelle bildgebende Untersuchungen (CT, MRT als schriftlicher Befund, als Bilddokumente in Form von Papierausdrucken, CD´s etc).
  4. Der Patient erhält einen intravenösen Zugang, über den das Radiopharmakon Fluor-18 Cholin appliziert wird. Unmittelbar danach beginnt die PET-Untersuchung. Es werden in 5 bis 7 Schritten die einzelnen Körperabschnitte gescannt. Die reine Untersuchungszeit beträgt ca. 45 Minuten.
  5. Nach der technischen Durchführung der Untersuchung wird der Patient in der Regel entlassen. Eine endgültige, schriftliche Befundauswertung liegt innerhalb von ein oder zwei Tagen vor.

Das PET-CT-Ergebnis: ein wichtiger Baustein für die Diagnostik und Therapieentscheidung bei Prostata-Carcinom.

Die PET-CT ist ein diagnostischer Baustein in der interdisziplinären Betreuung eines Patienten mit Prostata-Carcinom. In diesem Sinn ist die enge Kooperation und Verständigung der den Tumorpatienten betreuenden Ärzte von entscheidender Bedeutung. Es muss gewährleistet sein, dass die bisherigen Befunde der Erkrankung in die Bewertung der PET-CT einfließen und andererseits das PET-CT-Ergebnis angemessenen in die zukünftige Behandlungsentscheidung einbezogen wird.

PET-CT-Untersuchung bei einem Patienten mit Prostatakarzinom. Transversales Bild oberhalb des Beckenbodens. Innerhalb der Prostata ist eine deutliche Erhöhung der F-18-Cholin-Speicherung (Pfeil) in der Prostata sichtbar. – Bioptisch gesichertes Prostata-Carcinom.

In diesem Sinn wird eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin einerseits und den klinisch betreuenden Abteilungen bzw. den niedergelassenen Ärzten andererseits angestrebt.

Kosten und Kostenerstattung für die PET-CT-Untersuchung mit Fluor-18 Cholin bei Prostataerkrankung

Bei Patienten mit privatärztlicher Versicherung werden die Kosten, berechnet nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), in der Regel durch die Krankenkasse übernommen.

Für Patienten mit gesetzlicher Krankenkassen werden die Kosten für die PET-CT bei Prostataerkrankungen von der Krankenkasse nicht übernommen. Für diese Patienten wird ein reduzierter Kostensatz für Selbstzahler angeboten (Berechnungsgrundlage: Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), minimaler Satz 1,0: PET-CT-Untersuchung ca. 1000 Euro, Radionuklid 580 Euro, Radionuklidtransport ca.150 Euro)

Ansprechpartner / Anmeldung

Bei Rückfragen bezüglich der Erstattungssituation bzw. bei Anmeldung /Zuweisung zur PET-CT stehen die Mitarbeiterinnen des Sekretariats bzw. der Röntgenanmeldung zur Verfügung.

Information und Anmeldung

Sekretariat (Frau Klingl, Frau Klumpf)
Telefon 0531 / 595-2333
Telefax 0531 / 595-2660

Ärztliche Ansprechpartner

Prof. Dr. W. Schörner
Telefon 0531 / 595-2333
E-Mail: w.schoerner@klinikum-braunschweig.de

Dr. E. Abu-El-Auf
Telefon 0531 / 595-2537
E-Mail: e.abu-el-auf@klinikum-braunschweig.de

Dr. Chr. Wigmann
Telefon: 0531 / 595 23 89
E-Mail: c.wigmann@klinikum-braunschweig.de