Neue Verbundweiterbildung: Klinikum Braunschweig und Hausärzteverband kämpfen gemeinsam gegen Engpässe in der hausärztlichen Versorgung


Zu sehen sind vorne v. l. n. r.: Die Sprecher des deutschen Hausärzteverbandes Landesverband Braunschweig e.V. Dr. Ehrhard Kellner und Marion Renneberg. Sowie hinten v. l. n. r.: Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Horst Kierdorf, und Geschäftsführer Helmut Schüttig.

Laut Bundesärztekammer wird es im Jahr 2020 7.000 Hausärzte weniger in Deutschland geben. Die Lücke in der hausärztlichen Versorgung wird immer größer. Um dem entgegen zu steuern und gravierende Engpässe in Niedersachen zu verhindern wird ein Weiterbildungsverbund durch den niedersächsischen Hausärzteverband und dem Klinikum initiiert. Das Förderprogramm für solche Projekte wird durch Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung mit unterstützt. Ziel ist es den ärztlichen Nachwuchs im Bereich der Allgemeinmedizin zu fördern.

In einem Weiterbildungsverbund arbeiten Kliniken und niedergelassene Hausärzte auf regionaler Ebene zusammen. Dadurch wird eine strukturierte und zügige Facharztweiterbildung an einem Ort gewährleistet.

Die Verbundweiterbildung sieht vor, dass bereits zu Beginn der fünfjährigen Weiterbildungszeit ein strukturierter Rotationsplan vorliegt, der die Weiterbildung in Krankenhaus und Arztpraxis festlegt.

 

„Wir als Klinikum, bieten mit 40 vollen Weiterbildungs-ermächtigungen mit das umfangreichste Weiterbildungsangebot für Ärztinnen und Ärzte in Niedersachen an. Darüber hinaus wird es einen direkten Ansprechpartner rund um Fragen bezüglich der Weiterbildung geben“, sagt der ärztliche Direktor Prof. Dr. Horst Kierdorf.

Die Ansprechpartner im Klinikum und im Hausärztebereich werden sich vorrangig um die Koordination der Verbundweiterbildung kümmern. Beide werden die inhaltlichen Weiterbildungswünsche der Interessenten aufnehmen und einen festen, verbindlichen Rotationsplan erstellen.

„Erstmals werden Ärzte des Klinikums und Hausärzte gemeinsam die Fortbildungsangebote für Weiterbildung gestalten“, erläutert Marion Renneberg, Hausärztin aus Ilsede.

„Als Krankenhaus der Maximalversorgung ist uns eine gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fach- und Hausärzten sehr wichtig. Deshalb fördern wir den ärztlichen Nachwuchs auch im Bereich der Hausärzte“, erklärt Geschäftsführer Helmut Schüttig.

Dem Klinikum Braunschweig ist die Vereinbarung zwischen Beruf und Familie neben der Vermittlung von Fachkompetenzen ebenfalls bedeutsam. Den Weiterbildungsassistentinnen und ihren männlichen Kollegen werden vielfache familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeittätigkeit angeboten. Zusätzlich gibt es nicht nur die mehrfachen Möglichkeiten der Kinderbetreuung, sondern die Ärzte in der Verbundweiterbildung haben gleichrangig mit dem klinischen Personal die Chance ihre Kinder im Betriebskindergarten des Klinikums anzumelden.

Das Klinikum hat einen festen Platz zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin eingerichtet und wird sich an den zukünftigen Bedarf anpassen. Es wird somit nicht nur eine fachspezifische, sondern auch eine hausarztnahe Ausbildung gewährleistet. Hierzu bietet das Klinikum eine 24- bis 36- monatige stationäre Weiterbildung je nach Festlegung des Weiterbildungsassistenten gemäß der gültigen Weiterbildungsordnung in den entsprechenden Kliniken an. Die niedergelassenen Ärzte der Kooperation werden jeweils die restliche Weiterbildungszeit ambulant abdecken.