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| Neurochirurgie: Leistungsspektrum - HalsbandscheibenprotheseNeue Behandlungsmöglichkeit in der Region Braunschweig Prof. Dr. Wolf Peter Sollmann, Chefarzt der Neurochirurgischen Klinik, führte das für die Region neue Verfahren Ende 2004 in Braunschweig ein. Weltweit wurde die Prothese bis Ende 2005 bei 500 Patienten eingesetzt, 22 Operationen davon haben in Braunschweig stattgefunden. Zielgruppe sind Patienten mit anhaltenden heftigen durch Halsbandscheibenvorfälle hervorgerufenen Beschwerden wie Schmerzen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen. Um den Schmerz auszuschalten wurde bisher, nach der klassischen Operationstechnik, eine feste Verbindung zwischen zwei benachbarten Wirbeln hergestellt. Weil bei dieser Versteifungstechnik die Beweglichkeit der Halswirbelsäule eingeschränkt wird, müssen die benachbarten Bewegungssegmente die Funktion übernehmen, was zu einem schnelleren Verschleiß führen und Folgeoperationen notwendig machen kann. Bei der neuen Methode wird anstelle eines Knochenspans oder Titankörpers zur Versteifung eine Prothese in das Bandscheibenfach zwischen die Wirbelkörper eingefügt. Der Vorteil ist, dass die Halswirbelsäule beweglich bleibt und sowohl Stabilität als auch Funktionalität erhalten bleiben. Auch bei dieser Methode können die Schmerzen meist vollständig behoben werden. Im Gegensatz zum früheren Verfahren werden die angrenzenden Bandscheibensegmente weniger belastet, wodurch langfristig mit einem geringeren Verschleiß gerechnet wird. Kopf und Hals dürfen nach der OP sofort bewegt werden, die früher übliche Ruhigstellung mit einer Halskrawatte für 6 Wochen ist nicht mehr erforderlich. Während die Arbeitsunfähigkeit früher meist bei acht Wochen oder mehr lag, können Patienten dann schneller wieder mobilisiert werden und sind schneller wieder arbeitsfähig.Die Prothese hat einen Durchmesser von nur 1,5 cm und besteht aus Materialien, die seit Jahrzehnten millionenfach im allgemeinen Gelenkersatz (Hüfte, Knie usw. erfolgreich eingesetzt werden. Die bisherigen internationalen Erfahrungen mit dem prothetischen Bandscheibenersatz sind außerordentlich positiv. Patienten und zuweisende Ärzte fragen gezielt nach dieser Behandlungsmöglichkeit. Hintergrundinformationen: Die Wirbelsäule ist das tragende Gerüst unseres Körpers. Sie besteht aus 24 gelenkig verbundenen Wirbelkörpern: 7 in der Halswirbelsäule, 12 in der Brustwirbelsäule und 5 in der Lendenwirbelsäule. Weil die Wirbelsäule täglich einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt ist, hat sie 23 Bandscheiben als Puffer. Diese unterliegen einem natürlichen Verschleißprozess. Die Folge können vielfältige Veränderungen an den Knochengelenken und im Bewegungsablauf sein. Krankhafte Veränderungen an der Wirbelsäule zählen zu den Zivilisationskrankheiten die immer häufiger auftreten und als Folge für den Betroffenen große Einschränkungen seiner Lebensqualität und Schmerzen mit sich bringen können. Der überwiegende Teil der Rückenschmerzen kommt aus dem Lendenwirbelbereich. In der Neurochirurgischen Klinik des Klinikums Braunschweig werden jährlich 130 - 150 mikrochirurgische Halswirbelsäulen- und 700 - 800 Lendenwirbeloperationen durchgeführt.
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