![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() Home Leistungsspektrum Navigationssysteme |
|||
|
| Neurochirurgie: Leistungsspektrum - NavigatonssystemMillimetergenaues Operieren auch bei erschwerten anatomischen Verhältnissen Navigationssysteme helfen nicht nur Autofahrern, sich in fremder Umgebung zurechtzufinden. Ähnliche Systeme werden auch in der Medizin eingesetzt. Sie ermöglichen dem Chirurgen ein millimetergenaues Operieren und geben ihm auch bei erschwerten anatomischen Verhältnissen eine Orientierungshilfe, die es ihm ermöglicht sicher und zielgerichtet zu arbeiten. In drei speziellen Fachgebieten setzen die Operateure im Städtischen Klinikum Braunschweig die neuen medizinischen Navigationssysteme seit 2001 ein: Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Unfallchirurgie. Die Systeme dienen der virtuellen Planung und Überwachung von operativen Eingriffen. Vor einer geplanten Operation werden vom Operationsgebiet (z.B. Nasennebenhöhlen, Schädelbasis, Gehirn, Wirbelsäule u.a.) mit Hilfe von Computertomographie oder Kernspintomographie Daten gewonnen, die in einem Rechner gespeichert werden. Während des Eingriffes nimmt eine Infrarotkamera im Operationsgebiet angebrachte Markierungen wahr und projiziert sie auf die vorher angefertigten Schichtaufnahmen. Spezielle Zugänge beispielsweise durch die Nase zur Schädelbasis können nun unter Verzicht auf Röntgenstrahlen im OP durchgeführt werden. Dies reduziert die Strahlenbelastung für Patient und Operationspersonal deutlich. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden erfolgt die Operation nun mit kleineren Wunden und kleineren Eröffnungen des knöchernen Schädels. Dies ist für die Patienten angenehmer und schonender. Da auf dem Monitor der Eingriff in allen Einzelheiten mit genauester Orientierung der Instrumentenposition verfolgt werden kann, dienen die Navigationssysteme auch hervorragend für die Ausbildung junger Ärzte, die den erfahrenen Operateuren genau auf die Finger schauen können. Ein immenser Vorteil ist die Kombination verfeinerter Operationsverfahren unter dem Mikroskop mit der computergestützten Zielpunktsberechnung. Die Verwendung des gleichartigen Zielsystems in Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Unfallchirurgie ermöglicht die gemeinsame optimale Versorgung auch kompliziertester Krankheitsfälle durch Zusammenarbeit mehrerer Ärzteteams. In der Neurochirurgie können mit der computergestützten Neuronavigation auch kleinste krankhafte Veränderungen im Gehirn mit einer Genauigkeit von weniger als einem Millimeter Abweichung aufgesucht und behandelt werden. An der Wirbelsäule müssen die, präzise in das Zielsystem integrierten Bohrer und eingedrehten Schraubenimplantate, sehr genau am Rückenmark und den Nervenwurzeln vorbeigeführt werden. Die ersten Anwendungen zeigen eine ausgezeichnete Genauigkeit des Verfahrens. Der erste Eingriff unter Neuronavigation am Gehirn wurde am 01. August 2001 durchgeführt. Der Patient, ein 68jähriger Mann, litt an einer großen Geschwulst unterhalb des Gehirns. Der dadurch erzeugte Druck auf die Sehnerven und Augenmuskelnerven führte zu Doppelbildern, Sehstörungen und zu einem Zufallen des linken Augenlids. Unbehandelt hätte eine völlige Erblindung und nachfolgend weitere schwere Ausfallerscheinungen nicht verhindert werden können. Bei der Operation wurde durch ein kleines entlang der Nasenscheidewand eingeführtes Rohr die Schädelbasis unterhalb des Gehirns auf nur 1cm Durchmesser eröffnet und der Tumor unter dem Mikroskop durch diesen kleinen Zugang entfernt. Bereits am Tag nach der Operation berichtete der Patient über verbesserte Sehkraft und konnte das linke Auge wieder öffnen.
|
|
|