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Medizinische Klinik I: Diabetes mellitus

Diabetes mellitus und seine Folgeerkrankungen – Diabetesschwerpunktstation Medizin 1.2

 


Die Diabetesstation ist Anlaufpunkt für Patienten mit Diabetes mellitus und insbesondere mit  dessen Folgeerkrankungen. Hierbei bildet das diabetische Fußsyndrom einen besonderen Schwerpunkt.

Auf der Station mit ihren 38 Betten werden Diabetes-Patienten intensiv betreut, z. B. auch während der vor- und nach-operativen Zeit. Es besteht eine langjährige, gute Zusammenarbeit mit den diabetologischen Schwerpunktpraxen in Braunschweig und Umgebung. Zusätzlich gibt es einen Diabetesschulungsraum, in welchem in vierzehntägigen Abständen Schulungen für Diabetiker aus dem ganzen Hause durchgeführt werden.


Das Pflegepersonal besitzt überwiegend langjährige Erfahrung in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus. Eine Krankenschwester ist als Diabetesberaterin DDG weitergebildet sowie vier weitere Schwestern als Diabetesassistentinnen DDG. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Diätassistentinnen im Hause, von denen zwei ebenfalls zur Diabetesassistentinnen DDG bzw. KVN weiterqualifiziert sind.


Die Behandlung des Diabetes mellitus erfolgt einmal über die Vermittlung von Kenntnissen über diabetesgerechte Ernährung, dann mit Hilfe von Tabletten, die die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse anregen bzw. die Wirkung des körpereigenen Insulins verbessern. Sofern die Insulinproduktion nicht mehr ausreichend ist, erfolgt die Behandlung mit Insulin und zwar in Form von:

SIT
(Supplementäre Insulin-Therapie = Gabe von kurz wirksamem Insulin nur zu den Mahlzeiten)

CT
(Conventionelle Insulin-Therapie = Ein-, zwei- bis dreimalige Gabe von Mischinsulin [kurz wirksames und lang wirksames Insulin in einer Mischung])

ICT

(Intensivierte conventionelle Insulin-Therapie = Ein- oder zweimalige Gabe eines lang wirksamen Insulins sowie Gabe von kurz wirksamem Insulin zu den Mahlzeiten, auch bekannt als Basis-Bolus-Insulinbehandlung).

Behandlung mit dem Insulin-Perfusor
(Intravenöse Insulin-Infusion in besonderen Fällen bei Stoffwechseldekompensation und in der Phase vor, während und nach Operationen)

CSII
(Continuierliche subkutane Insulin-Infusion mittels der Insulinpumpe; die Ersteinstellung erfolgt meist in speziellen Insulinpumpen-Zentren.

Da der Diabetes mellitus Auswirkungen auf den gesamten Körper des Menschen hat mit den bekannten Folgeerkrankungen wie:

  • hoher Blutdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenerkrankung;
  • Störung des Nervensystems mit Auswirkung auf das Herz in Form von Herzrhythmusstörungen, den Magen-Darm-Trakt, die Schmerzempfindung – besonders im Bereich der Füße, verbunden mit Temperaturempfindungsstörungen;
  • der Augen in Form der Retinopathie;
  • Durchblutungsstörungen, hier insbesondere im Bereich der Becken-, Bein- und Fußarterien;
erfolgt eine umfassende Untersuchung im Hinblick auf diese Folgeerkrankungen. Für die Abklärung und Behandlung dieser Folgeerkrankungen besteht eine enge Kooperation mit den entsprechenden Fachabteilungen des Klinikums.

Patienten mit diabetischem Fußsyndrom, die im Klinikum Aufnahme suchen, werden auf dieser Station aufgenommen. Bei der wöchentlich stattfindenden Visite mit den Chirurgen wird das therapeutische Vorgehen gemeinsam festgelegt. Hierbei haben die optimale Blutzuckereinstellung, die Bekämpfung der Infektion und die Wiederherstellung besserer Durchblutungsverhältnisse vorrangigen Stellenwert. Erst nachdem über diese Punkte Klarheit herrscht, wird über die Frage möglicher Amputationen entschieden. Oberstes Ziel bleibt, dass soviel wie möglich vom Fuß und Bein erhalten bleibt, auch unter Inkaufnahme eines schrittweise weiteren operativen Vorgehens. Nach Abheilung der Fußschäden erfolgt in Zusammenarbeit mit einem orthopädischen Schuhmachertechniker eine dem Fußleiden angepasste Schuhversorgung, um weiteren Schäden vorzubeugen. Während der gesamten Zeit der stationären Behandlung erfolgt eine intensive krankengymnastische Behandlung zur Erhaltung der Muskulatur und Beweglichkeit der Gelenke, da die Patienten/Patientinnen zur Druckentlastung der Fußschäden überwiegend Bettruhe einhalten müssen oder allenfalls im Rollstuhl mobilisiert werden können.

Patienten, die von der Diabetesschwerpunktstation aus operiert werden müssen, kehren nach der Operation auf die Station wieder zurück, um dort weiterbehandelt zu werden.

Zweimal im Jahr wird ein zweitägiges Seminar für Pflegekräfte im Institut für Weiterbildung des Klinikums durchgeführt, an dem auch Pflegekräfte auswärtiger Pflegedienste, Altenheime und Krankenhäuser nach entsprechender Anmeldung teilnehmen können.

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