Das Sozialpädiatrische Zentrum - Behandlung

Wie gehen wir vor?

Ärztliche Behandlung:

Die ärztliche Behandlung beinhaltet die Erhebung der Vorgeschichte, die körperliche Untersuchung, die Anwendung von Entwicklungstests, die Einleitung technischer Untersuchungen und schließlich die Vermittlung einer Diagnose in Bezug auf körperliche und seelische Krankheiten und Entwicklungsstörungen sowie einer damit verbundenen prognostischen Einschätzung. Davon ausgehend werden Therapie- und Fördermaßnahmen im SPZ oder bei niedergelassenen Therapeuten, Frühförderstellen und Beratungsstellen vorgeschlagen. Die ärztliche Behandlung umfasst auch die Verordnung von Medikamenten, z.B. Antiepileptika, Antispastika und Psychopharmaka, auch die Gabe von Botulinum-Toxin und intrathekalem Baclophen. Für die ärztliche Erstuntersuchung muss man mit mindestens 90 Minuten rechnen.

Schließlich werden Hilfsmittel verordnet und deren Nützlichkeit überprüft; dies geschieht zusammen mit Orthopädietechnikern der Umgebung. Einen großen Stellenwert haben Aussagen zum Grad der Behinderung und zur Pflegebedürftigkeit, um behinderten Familien finanzielle Erleichterungen zu schaffen, sowie Vorschläge für schulische Maßnahmen auch für die Wahl der Schulform. Alle Elemente der Untersuchung, Behandlung und Beratung werden in einem mehrseitigen Brief zusammengefasst, welcher den überweisenden Arzt und die Familie informieren soll. Andere werden nur auf ausdrücklichen Wunsch der Sorgeberechtigten über unsere Vorstellungen und Maßnahmen informiert.

Psychologische Behandlung:

Die psychologische Untersuchung und Behandlung eines entwicklungsgestörten Kindes kann notwendig werden, wenn umfangreiche Testverfahren und Beobachtungen zur Klärung der Problematik herangezogen werden müssen. Auch in der psychologischen Untersuchung, die im Mittel an 3-4 Terminen zu jeweils 60 Minuten stattfindet, hat die elterliche Schilderung von Vorgeschichte und Problemen viel Raum. Fragebogen ergänzen die Vorgeschichte. Psychologische Tests sagen etwas über Schwächen und Stärken eines Kindes, lassen auch Aussagen zu Prognose, Therapieverfahren und Therapieerfolg zu. Nach Abschluss der Untersuchung machen unsere Psychologen Vorschläge für die Erziehung, die Beschulung, einzuleitende Therapiemaßnahmen bei uns oder anderen Therapeuten, schlagen in Rücksprache mit Ärzten des SPZ auch weitere Untersuchungen im medizinischen Bereich vor. Ein Schwerpunkt psychologischer Arbeit ist die Beurteilung von schulische Leistungsproblemen und emotionalen Belastungen geworden. Die psychologische Beurteilung ist so in vielen Fällen die Grundlage für finanzielle Hilfen bei spezifischen Lernstörungen. Alle Elemente psychologischer Tätigkeit fließen in einen mehrseitigen Brief ein, den wiederum nur Eltern und überweisende Ärzte erhalten und dann gegenüber Dritten verwenden können.

Ergotherapeutische Behandlung:

Im SPZ Braunschweig sind keine Krankengymnasten, Logopäden, Motopäden und Heilpädagogen tätig, aber zwei Ergotherapeutinnen. Sie stehen im kontinuierlichen Austausch mit Ärzten und Psychologen, schalten diese auch zur Erweiterung der Diagnostik und Beratung ein. Wir streben an, vor Therapiebeginn das Behandlungsziel alltagsnah zu definieren und in einem überschaubarem Zeitraum zu erreichen. Wir beenden auch Therapien, wenn ein Ziel nicht erreicht werden kann oder andere Ziele in den Vordergrund treten.

Ergotherapie ist die Schulung motorischer, konstruktiver und sozialer Fähigkeiten im Hinblick auf Selbständigkeit im Bereich der persönlichen, sozialen und motorischen Kompetenzen. Um auch Kindern eine größtmögliche Selbständigkeit und Kompetenz zu verschaffen ist die Übertragung der in der Therapie gelernten Fähigkeiten in den Alltag sehr wichtig. Wir streben daher an, dass Eltern regelmäßig bei der Therapie anwesend sind und beraten sie dann auch kontinuierlich.

Weitere Schwerpunkte ergotherapeutischer Arbeit sind die Unterstützung der Ärzte bei der Funktionsdiagnostik, die Mitbeurteilung von Verhaltens- und Arbeitsstrategien und besonders auch die Durchführung von Einzel- und Gruppentherapien bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen und konstruktiven Störungen. Auch dabei wird die begleitende Elternberatung sehr ernst genommen.

Apparative Diagnostik:

Das Sozialpädiatrische Zentrum Braunschweig verfügt über ein eigenes Neurophysiologische Labor. Hier werden Elektroencephalographien (EEG) und Evozierte Potentiale (EP) abgeleitet und z. B. die Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt: Diese Untersuchungen ergänzen die ärztliche neurologische Untersuchung:

Beim EEG werden mittels mehrerer Elektroden auf der Kopfhaut kleinste elektrische Ströme vom Gehirn abgeleitet, verstärkt und sichtbar gemacht. Die Untersuchung dient in erster Linie der Erkennung von epileptischen Anfallsbereitschaften, aber auch von allgemeinen Störungen der Hirnfunktion.

Bei Messung der EP werden die elektrischen Reaktionen des Gehirns auf optische, akustische und elektrische Reize ermittelt. Diese Untersuchungen werden bei Hinweisen auf, zum Ausschluss von und zur Verlaufsbeurteilung bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt.